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Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2002

Problem mit dem ETX-125 neuen Typs, oder Wie man ein Teleskop ruiniert

Abgeschickt:	Sonntag, 10. Februar 2002 0:58:22
Von:	bob.adair@worldnet.att.net (Bob Adair)
Ich habe gerade eines der ETX-125 der neuen Bauart gekauft und bin auf
ein ziemlich übles Problem gestoßen (dass ich größtenteils selber verursacht
habe). Als ich das Teleskop bekam stellte ich fest, dass die RA-Klemmung
sich nicht lösen ließ, unabhängig davon, wie der Klemmhebel eingestellt ist.
Der Hebel schien sich absolut normal zu verhalten, hatte aber keinerlei
Effekt - der RA-Antriebsmotor war sogar dann wirksam angeschlossen,
wenn der Hebel in der gelösten Stellung stand.

Da ich ein früheres 125 aufgrund vielfältiger Probleme zurückgegeben
hatte, und da die Optik dieses Geräts ziemlich gut schien und es die neue
verbesserte Version war (das vorige war dies nicht), beschloss ich,
zu versuchen, die Klemmung auseinander zu bauen und mir anzusehen, ob
ich das Problem selber beheben könnte.

Ich stieß dann auf das Problem, dass die RA-Klemmung neuen Typs völlig
anders aufgebaut zu sein scheint als die ältere Klemmung; im Verlauf des
Versuchs, sie auseinander zu nehmen drehte ich die Stellschraube zu weit und
durchschnitt die Kabel zum Deklinationsantrieb, die durch den in der Schraube
befindlichen Kanal laufen. Es gibt noch eine Menge überschüssiges Kabel in dem
Arm, daher würde es wohl kein Problem sein, sie wieder zusammenzulöten. Das 
Problem aber ist: 

1) Die Klemmung ist weiterhin dauerhaft fest, auch wenn der Bolzen herausgenommen
ist und ich habe keine Vorstellung, wie ich das beheben kann. 

2) Wenn ich die Kabel verbinde oder neue Kabel durchführe, weiß ich nicht,
wie ich den Bolzen wieder einbauen kann, ohne die Kabel wieder zu trennen,
denn er muss durch einen Ring an der Unterseite geführt werden, der Laschen
hat, die ein eine Art Muffe greifen, durch die der Bolzen geht und die den
Ring daran hindern sich zu drehen.

Hat irgendjemand Vorschläge, wie ich die Klemmung reparieren oder den Oberteil
des Gehäuses abnehmen kann, damit ich die Drähte durch den Bolzen führen kann,
nachdem er wieder eingesetzt und durch den Ring am Unterteil des Klemmungs-/
Lageraufbaus geführt wurde?

Ich habe Geräte von Minicomputern bis hin zu V8-Motoren wieder zusammengebaut,
ohne dabei viel Hilfe zu benötigen, aber dieses Teleskop gibt mir bereits das
Gefühl, ein absoluter Volltrottel zu sein. 

Mein Rat an jeden anderen, der ein 125 neuer Bauart besitzt ist: Versuchen Sie
NICHT die RA-Klemmung einzustellen oder irgendwie daran herumzubasteln.

Danke,

- Bob

P.S. - Zur allgemeinen Information und/oder Belustigung habe ich Bilder des 125 neuen
Typs beigefügt. Es scheint viel besser konstruiert zu sein als die älteren Versionen. 
	
new ETX-125

new ETX-125 new ETX-125

Und:
Von:	sherrodc@ipa.net (Clay Sherrod)
Diese Beschädigung ist das absolute Maximum dessen, was man dem ETX 125 antun kann...

1) Zuallererst ist mit der RA-Klemmung alles in Ordnung gewesen; sie haben
alle einen gewissen Widerstand und das ist vollkommen normal; die meisten 
ETX 125 bewegen sich in RA sogar dann, wenn die Klemmung völlig gelöst ist,
was kein Problem darstellt. Die Klemmung hält das Teleskop lediglich fest
ans Getriebe angeschlossen und das System unterliegt keinem übermäßigen
Verschleiß, wenn sie etwas schleift...das beste wäre gewesen, alle so zu
lassen wie es ist. 

2) Es stimmt, dass man an den neuen Modellen KEINERLEI Einstellungen an der
Klemmung VERSUCHEN oder DURCHFÜHREN sollte, außer man ist bereit, dass exakt
das Beschriebene passiert...die durchtrennten DEC-Kabel bedeuten die aufwändigste
mögliche Reparatur. Diese Klemmung zu bearbeiten oder herauszunehmen bedarf einer
Vorgehensweise, die NICHT vom Besitzer selber ausgeführt werden sollte. Man muss dazu
die Azimut-Achse des Teleskops exakt in eine bestimmte Position bringen und danach
sehr systematisch den Mittelbolzen lösen (NIEMALS entfernen), um an die Klemmung
heran zu gelangen. Diese Reparatur/Veränderung sollte unter keinen Umständen und
von keinem Besitzer jemals versucht werden. 

3) An diesem Punkt, da der Schaden nun einmal angerichtet ist, empfehle ich
dringend, dass der Besitzer - obwohl er im Zusammenbau von Automotoren und 
Computern bewandert ist - sich eingesteht, dass dieses Teleskop seine ganz
eigene Gesetze hat, denen er sich geschlagen geben muss. Dieses Teleskop muss
mit einer vollständigen Erklärung dessen, was geschehen ist, zu Meade zurückgeschickt 
werden, um dort repariert zu werden - UND um die Klemmung dabei gleichzeitig einzustellen.

Ich denke dass Meade die Reparatur klaglos durchführen wird, wenn auch nicht
übermäßig schnell, wofür ein Festpreis von 75US$ angesetzt ist.  
Clay

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